Seit Jahren vertieft sich Uwe Löllmann mit großem Ernst und ungewöhnlicher Konzentration in seine Arbeit. Anknüpfend an überlieferte Formen und Techniken der Keramik hat er Gefäße von kraftvoller Ruhe und Geschlossenheit geschaffen und ihnen jene Nachdrücklichkeit und Überzeugungskraft verliehen, ohne die künstlerische Qualität nicht entsteht.

Wer einmal seine Stücke gesehen oder in der Hand gehalten hat, fährt ohne Zweifel mit hochgespannten Erwartungen zu Uwe Löllmanns ländlich gelegenem Domizil in die Nähe des Bodensees. Der Kapellenhof liegt zwischen Hilzingen und Weiterdingen, hinter dem Hohentwiel, inmitten einer alten Vulkanlandschaft, dem Hegau. Hier lebt er zusammen mit seiner Familie seit 1985 in einem umgebauten Bauernhaus. Die Abgeschiedenheit und die ländliche Atmosphäre sichern ein ruhiges und konzentriertes Arbeiten. Direkt neben dem Wohnhaus, angrenzend an die  Töpferwerkstatt, steht der neun Meter lange Holzbrennofen, der nur zweimal im Jahr gefüllt wird.

Typisch für diesen sogenannten Anagama–Ofen ist, dass die Keramiken unglasiert in den Ofen eingesetzt werden. Wie und wo die Stücke platziert werden, gelegt, gestützt, abgedeckt oder übereinander gestapelt, in zwei, drei oder vier Etagen, erfordert Intuition und ein sicheres Gespür.

Zu dritt wird der Ofen dann 7 - 10 Tage ununterbrochen befeuert, wobei Tag und Nacht in kurzen Abständen Holz in den Ofen geworfen wird. In dieser Zeit verschlingt der Brand etwa 25 Ster Kiefernholz, die Temperatur steigt bis 1300°C. Die Flammen berühren mit züngelnden Bewegungen die Gefäße, Asche fliegt und vereint sich mit dem Ton, schwärzlich-schrundige Spuren hinterlassend oder meergrün-gläserne, leuchtend wie Smaragd.

Trotz aller Sorgfalt und der langen Erfahrung bleibt das Brennen im Holzfeuer ein Risiko. Mit diesen unberechenbaren Elementen Ton und Feuer zu arbeiten, ist für den Künstler eine schwierige, zugleich aber auch faszinierende Herausforderung. Uwe Löllmann bemüht sich seine Gefäße so selbstverständlich wie möglich erscheinen zu lassen. Seine besten Arbeiten verkörpern ein Gleichgewicht zwischen Kühnheit und Zärtlichkeit, Gewagtheit und Reinheit, Dynamik und Ruhe.